Was ist Klinische Hypnose?

Die Klinische Hypnose ist eine der ältesten seelischen Heilverfahren, deren Wirkungen vor allem in der Psychotherapie begründet sind. Die Heilwirkung basiert u.a. auf der körperlichen und psychischen Entspannung. In der Klinischen Hypnose fühlen wir uns wohlig, entspannt, geborgen und sicher. Je tiefer wir entspannen, desto besser geraten wir in diese wohlige Gelöstheit. Die gesamte Persönlichkeit wird positiv beeinflusst: Ängste, Sorgen, negative Gedanken fallen ab. Stattdessen erleben wir mehr Ausgeglichenheit, innere Ruhe, Sicherheit und Kraft. Dadurch wird das Grundvertrauen gestärkt. Auf sanfte Weise werden innere Kräfte aktiviert, die Zuversicht in die Bewältigung schwieriger Situationen vermitteln, das Wohlbefinden verbessern und emotionalen Stress auflösen. Dies ermöglicht es, die eigene Persönlichkeit zu entfalten und zum Ausdruck zu bringen. 
Die Klinische Hypnose darf nur durch einen darin ausgebildeten Therapeuten angeboten werden. Entsprechend geschützt ist die Berufsbezeichnung „Hypnotherapeut“ bzw. „Klinische Hypnose“, nicht geschützt dagegen z.B. die Bezeichnung „Hypnotiseur“ und „Hypnose“. Meine Ausbildung in Klinischer Hypnose habe ich gegenüber der Kassenärztichen Vereinigung nachgewiesen, weswegen ich sie auch im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung anwenden darf. Ich wende sie in meiner Praxis bei Patienten an, die dazu motiviert sind und gegen diese Therapieform keinen Widerstand haben. Es werden körperliche, psychische und verhaltensbedingte Symptome und Beschwerden behandelt. Klinische Hypnosen sind daher immer Hypnosen mit therapeutischen Zielstellungen. Sie setzen sich aus Suggestionen, Vorstellungen und Trance-Phänomenen zusammen und sind nicht mit sog. Bühnenhypnosen gleichzusetzen. Die eigene kreative Mitarbeit des Patienten ist von ausschlaggebender Bedeutung. Die Durchführung einer therapeutischen Hypnose erfordert Basis-Wissen und Erfahrungen in Medizin, Psychologie und Psychotherapie bezüglich Indikationen und Gegenindikationen. Klinische Hypnosen zählen zu den wirksamsten psychotherapeutischen Techniken und werden noch effektiver, wenn sie mit anderen therapeutischen Techniken wie z.B. aus der Verhaltenstherapie verbunden werden.
Abgrenzung zur „Bühnenhypnose“ (=Schaubuden-Hypnose):
Bei der „Bühnenhypnose“ gibt es einige Besonderheiten. Dazu gehören die Motivierung des Publikums, die Bühnensituation, die Ankündigung des „Hypnotiseurs“ auf den Plakaten, die Anheizung von Publikum und Versuchspersonen durch Beifall, die Auswahl der reaktionsbereiten Versuchspersonen in mehreren Schritten sowie die Tricks und Suggestionsaufgaben. Die Ankündigung des „Hypnotiseurs“ erfolgt meist mit ausländischem Namen. Er wird fremdländisch gestylt. Nicht seIten ist auch die Sprache auf ausländisch getrimmt. Das Publikum kommt mit der Erwartung, eine Hypnose zu sehen, zur Veranstaltung. Es entstehen dadurch folgende Ausgangspositionen:
1. Die ausgewählten Personen sind hoch motiviert, die gestellten Anforderungen zu erfüllen. Für sie ist das, was sie erleben, gleichzusetzen mit Hypnose, auch wenn es keine Hypnose ist. 2. Demonstrative Tendenzen einer Person werden dadurch aktiviert, dass rollenspezifische Erwartungen (Erwartungen des Publikums an die Person) zu wirken beginnen. 3. Die Mitwirkenden werden in ihrem Verhalten durch Beifall belohnt. 4. Die aktiven Personen haben im Prinzip keine andere Möglichkeit als mitzumachen, mitzuspielen. Sie könnten ansonsten nur als Versager die Bühne verlassen. Und das möchte niemand. 5. Die im Hintergrund sitzenden Personen, die mit einem leichten Anblasen oder Fingerschnipsen in den vermeintlichen „Schlaf“ geschickt werden, sind die eigentlichen Verlierer. Sie eignen sich nicht. Deshalb werden sie „schlafend“ nach hinten geschickt. Sie nehmen die ihnen zugedachte Rolle ein. Auch sie haben nur die Möglichkeit, die Bühne als Verlierer zu verlassen. Für sie ist das, was sie da gerade erleben, Hypnose, denn sie kennen in der Regel die Klinische Hypnose nicht. 6. Die erzeugten Zustände gehen nicht über leichte Trance-Zustände hinaus.
Der „Hypnotiseur“ wird auch mit Personen arbeiten, die nach vorheriger Absprache auf der Bühne eine Show mitmachen und sich in erwünschter Weise verhalten. Viele der in der Hypnose-Show gezeigten „Einlagen“ lassen sich tatsächlich auch ohne Hypnose durchführen, so die „Kataleptische Brücke“ (Kopf und Füße auf Stühlen und dazwischen nichts zum Abstützen), das Laufen über Scherben, über glühende Kohlen u.a. Bedeutsam ist nur, die dabei vorhandene Angst so unter Kontrolle zu bringen, dass der Teilnehmer auf der Bühne die gestellten Aufgaben erfüllt. Die meisten der gezeigten Tricks sind keine Hypnose-Effekte, sondern Tricks der Mentalmagie. Häufig beruhen sie auf Täuschungen und Ausnutzung physikalischer Gesetze.


 

Links:

Milton H. Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose e.V.
Hypnose.de