Interview von „Psychotherapie Online“ mit Dipl.-Psych. Olaf Fabry

psychotherapie-im-internet.de:

Wie würden Sie - kurz gefaßt - Ihre Download-Angebote beschreiben?

Olaf Fabry:

Sie sind Psychotherapie, Lebenshilfe, Problemlösung, Persönlichkeitsentwicklung, Jungbrunnen, Erholung, Erlebnis und Inspiration zugleich.

psychotherapie-im-internet.de:

Wieviel Arbeit steckt dahinter?

Olaf Fabry:

Sehr viel Arbeit. Ich hatte zwar über die Jahre viel Feedback meiner Patienten, wodurch ich die einzelnen Themen ständig weiterentwickeln konnte. Dennoch ist es noch einmal etwas anderes, dies einem breitem Publikum anzubieten. Bevor ich die Titel produzieren ließ, habe ich zu jeder Aufnahme wie vor einer Filmproduktion ein Drehbuch entworfen, das die genaue Position und den Ablauf der vielen Elemente enthält: die ganze Szenerie und Dramaturgie, die textlichen Elemente, Audio-Einspielungen wie flüsternde Stimmen oder Naturaufnahmen sowie imaginativ-visuelle Elemente. Entsprechend dem Grundprinzip: Je mehr Sinneskanäle angesprochen werden, desto wirksamer ist eine Aufnahme.

psychotherapie-im-internet.de:

Und die Drehbücher unterscheiden sich?

Olaf Fabry:

Sie unterscheiden sich erheblich. Zum Beispiel ist die Behandlung von Ängsten etwas völlig anderes als die Behandlung von Depressionen. Ängste haben eine andere Struktur. Da fließt in die Dramaturgie natürlich auch viel therapeutisches Veränderungswissen mit ein.

psychotherapie-im-internet.de:

Braucht es dazu mehr Wissen als Kreativität?

Olaf Fabry:

Beides. Wenn ich mit etwas noch nicht zufrieden war, arbeitete es automatisch in mir weiter. Ich konnte nur hoffen, dass ich grade etwas zum Aufschreiben in der Nähe hatte, wenn mir die erlösende Idee kam.

psychotherapie-im-internet.de:

Was treibt Sie an?

Olaf Fabry:

Ein wichtiger Faktor ist die Faszination, mit psychologischen Mitteln heilsamen Einfluß nehmen zu können auf psychische wie körperliche Prozesse wie z.B. bei Schmerzsyndromen. Und das ohne die unerwünschten Nebenwirkungen wie bei der medikamentösen Behandlung.

psychotherapie-im-internet.de:

„Die Kombination von Psychotherapeut und Komponist ist eher selten. Wie kam’s?“

Olaf Fabry:

„Musik habe ich schon immer gemacht. Nach dem Psychologie-Studium kam die vierjährige Ausbildung zum Psychotherapeuten. Dabei war die Musik auch ein prima Ausgleich.“

psychotherapie-im-internet.de:

„Was hat es mit der bilateralen Musik und dem BiFoLa-Effekt auf sich?“

Olaf Fabry:

„Es hatte sich in der Psychotherapie-Forschung gezeigt, dass eine wechselseitige bilaterale Stimulierung beider Gehirnhälften die Verarbeitung belastender Lebensereignisse erleichtert und beschleunigt. Seit ein paar Jahren wird sie daher auch erfolgreich in der Traumatherapie eingesetzt. Die Stimulierung erfolgt durch einfache akustische oder taktile Signale. Vereinzelt kommen zwar z.B. Klavierkompositionen zum Einsatz, der bilaterale Effekt beruht dabei aber oft auf dem Verschieben des Stereo-Panorama-Reglers in der Nachbearbeitung. Klanglich fand ich das zwar interessant, aber nicht ausreichend. Andererseits gibt es zwar besprochene Tiefenentspannungs-CDs zu kaufen, die mit teils schöner Musik untermalt waren, die aber nur als Begleitmusik zum Gesprochenen fungierte.

psychotherapie-im-internet.de:

... und die Musik selbst hat dabei keinen therapeutischen Effekt.

Olaf Fabry:

„Ja genau. Für mich war klar, dass die Aufnahmen viel effektiver sein würden, wenn die Musik funktional die gegebenen therapeutischen Instruktionen unterstützt und von vorneherein bilateral komponiert ist. Das hat es bislang in dieser Form noch nicht gegeben.“

psychotherapie-im-internet.de:

„Verändert sich die Musik im Laufe der 30 Minuten Spielzeit?“

Olaf Fabry:

„Je tiefer die Trance wird, desto weniger Instrumente sollte die Musik haben. Am tiefsten Punkt bieten z.B. sphärische Klangteppiche beste Voraussetzungen, das Unterbewusstsein eigene Lösungen und Klärungen entwickeln zu lassen. Das wäre ein Beispiel für den funktionalen Einsatz von Musik.“

psychotherapie-im-internet.de:

„Vielen Dank für diese interessanten Infos.“

Olaf Fabry:

„Sehr gerne.“